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Angst vor großem Leiden muss kein Sterbender haben!

Fulda. 70 % der Deutschen könnten es sich „vorstellen, am Lebensende getötet zu werden“ und 73 % sagen, „Ich habe große Angst, in dieser letzten Lebensphase leiden zu müssen.“ Nun gibt es den Entwurf einer gesetzlichen Regelung der Beihilfe zum Suizid.

Am 26.08.2014 wurde von Prof. Borasio u.a. ein Entwurf zur gesetzlichen Regelung der Beihilfe zur Selbsttötung vorgelegt, in dem in sehr eng begrenzten Fällen eine Beihilfe zum Suizid durch Angehörige und Ärzte möglich sein soll, nicht aber die organisierte Form. Zudem soll jegliche Werbung verboten sein.

Dabei stellt sich jedoch vor allem die Frage, warum Menschen überhaupt den Wunsch nach einer aktiven Lebensverkürzung äußern und diesen ggf. umsetzen. Häufig sind die Ursache Ängste: Angst vor unerträglichem Leid, vor Ausgeliefert-Sein, vor Verlust der Selbstbestimmung, vor dem Zu-Last-Fallen.

Sterben ist jedoch nicht nur ein Teil des Lebens, es ist auch die letzte Lebensphase. Viele dieser Ängste sind unbegründet – eine angemessene medizinische und pflegerische Versorgung sowie hospizliche Begleitung vorausgesetzt. 

Hierfür tut jedoch umfassende Aufklärung Not, ist sich Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung sicher: „Noch viel zu wenige Menschen in Deutschland wissen, dass eine gute Hospizarbeit und Palliativversorgung den Wunsch nach der Suizidbeihilfe in den allermeisten Fällen überflüssig macht. Was wir neben der Debatte um eine gesetzliche Regelung der Suizidbeihilfe vor allem und zuallererst brauchen, ist neben einer umfassenden und leicht verfügbaren Informationsangeboten der weitere Ausbau der hospizlichen wie palliativmedizinischen Angebote. Diese müssen allen Menschen in Deutschland, die diese Angebote benötigen, zur Verfügung stehen“, fordert Thomas Sitte.

Die aktuelle Debatte um Beihilfe zum Suizid in der Öffentlichkeit ist vor allem gekennzeichnet von der Angst einer entmündigenden Apparatemedizin. Viele Bürger befürchten, dass sie in der letzten Lebensphase ihre Autonomie und Entscheidungskraft verlieren könnten. „Die Aufgabe aller Helfer in der Hospizarbeit und Palliativversorgung ist, diese Ängste zu thematisieren und das Sterben und den Tod zu enttabuisieren“, sagt Sitte.

Dabei gilt schon heute, dass niemand gegen seinen Wunsch am Leben erhalten werden darf. Gleichzeitig darf kein menschliches Leben aktiv beendet werden. Deswegen hat die Gesellschaft die Aufgabe, über die Möglichkeiten von Hospizarbeit und Palliativversorgung als lebensbejahende Alternativen zu informieren und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass diese Möglichkeiten auch für jeden verfügbar sind.

Die Deutsche PalliativStiftung setzt sich für eine fundierte Aufklärung ein. Sie bietet vielfältige Informationen zur Hospizarbeit und Palliativversorgung.

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