Tod, Sterben, „Sterbehilfe“ und Palliativversorgung – was geht mich das an?! Mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen über ein (nicht) alltägliches Thema sprechen.

Auf den ersten Blick scheinen Themen wie Tod, Sterben, „Sterbehilfe“ und Palliativversorgung für gesunde Jugendliche und junge Erwachsene (im Folgenden: J/JEW), also Personen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, in weiter Ferne zu liegen. Auf den zweiten Blick zeigt sich ein anderes Bild. Eine Umfrage unter 200 J/JEW zeigt: Das Thema hat eine Relevanz für diese Altersgruppe, auch wenn sie oft nicht direkt und offen benannt wird. Über 70% der J/JEW gaben an, in den letzten fünf Jahren mit dem Thema zu tun gehabt zu haben, z. B. durch Todesfälle in Familie und/oder Freundeskreis. Über 60% haben Angst vor dem eigenen Sterben und über 75% befürworten Tötung auf Verlangen. Knapp 60% sprechen sich für Suizidassistenz aus, ca. 50% fühlen sich nicht hinreichend aufgeklärt zum Themenkomplex „Sterbehilfe“ und über 75% können mit dem Begriff „Palliativmedizin“ nichts bzw. nur wenig anfangen. (Die Ergebnisse im Detail finden sich hier)

Wie lassen sich diese Befunde im Einzelnen interpretieren?

Zunächst wird deutlich, dass ein Großteil der J/JEW bereits eigene Erfahrungen damit gemacht hat, wenn ein Menschenleben zu Ende geht, ohne dass aus der Prozentzahl als solcher hervorgeht, mit welchen konkreten Gefühlen diese Erfahrungen einher gingen, inwieweit sie das eigene Leben nachhaltig geprägt haben oder im Kreis der Familie oder des erweiterten sozialen Umfelds in irgendeiner Weise aufgefangen oder aufgearbeitet wurden. Oft zeigt sich, dass Fragen, Ängste und Zweifel erst nach langem Zögern offen benannt werden –  sicherlich ein Indiz dafür, dass der Trend zur Tabuisierung dieser Themen auch von J/JEW mehr oder weniger stark wahrgenommen wird und sich in einer gewissen Ratlosigkeit und Unsicherheit widerspiegelt.

weiterlesen