Konzert in der Alten Aula zugunsten schwerstkranker und sterbender Kinder

Zu einem Konzertabend von herausragender Intensität und Musikalität luden das Kulturamt der Stadt Fulda und die Deutsche Kinderpalliativstiftung in die Aula der Alten Universität ein. Zu Gast war das Duo Nicolai Pfeffer und Felix Wahl, welches mit einem spannungsreichen Bogen Kammermusikwerke für Klarinette und Klavier von Schumann und Brahms, Berg, Debussy und Poulenc spielte.

Fotos: Martin Engel

Bereits mit den eröffnenden Fantansiestücken op.73 von Robert Schumann zeigten die international erfahrenen Musiker eine beeindruckende kammermusikalische Einigkeit. Schumann spielt in diesen Stücken bewusst mit den Klangeigenschaften der beiden Instrumente und Nicolai Pfeffers farbenreicher Klarinettenton verschmolz gekonnt in der hierfür gut geeigneten Akustik der Alten Aula mit dem brillanten und einfühlsamen Klavierspiel von Felix Wahl.

Die Klarinettensonate f-Moll op.120,1 von Johannes Brahms führte den Zuhörer in die Tiefe und Nachdenklichkeit eines Komponisten, welcher eigentlich schon sein Schaffen beendet hatte, es dann aber doch noch einmal aufgenommen hat. Auch hier zeichneten sich Pfeffer und Wahl mit einem überaus großen Verständnis für die Musik und einer perfekten Abstimmung miteinander aus.

Alban Bergs Opus 5 sind vier Miniaturen, mit welchen der zweite Teil des Konzertes eröffnet wurde. Sie stehen der monumentalen Symphonik zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegenüber. Adorno unterstellt diesen Stücken, sie dauerten „jegliches nur einen Augenblick“ und doch sei dieser Augenblick sehr geräumig. Mag manches an diesem Werk doch aleatorisch erscheinen, so verstanden es die beiden Kammermusiker dennoch, jedes Ereignis in der Musik mit Sinn und Aussage zu füllen. Nicolai Pfeffer entwickelte mit Lust und Können eine überwältigende Fülle an Klängen.

Claude Debussys Première Rhapsodie war ein Auftragswerk des Pariser Konservatoriums als Prüfungsstück für Klarinettisten. Zum Glück ging es ihm dabei nicht um eine reine Zustellung technischer Schwierigkeiten. Und noch viel weniger merkte man es den Musikern an, welche hochklassige Fertigkeiten an den Instrumenten dieses erfordert, so mühelos bewegten sie sich durch die Klangwelt Debussys.

Mit der Sonate von Francis Poulenc schloss sich für die Zuhörer der Bogen. Ob musikantisch fröhlich, seufzerisch klagend oder überbordend exaltiert – mit diesem Stück, dessen Veröffentlichung Poulenc selbst nicht mehr erleben durfte, zeigten die beiden Künstler direkt auf das Motto und die Zielsetzung der Deutschen Palliativ- und Kinderpalliativstiftungen hin: Leben bis zuletzt. Bis zum letzten Ton war das Publikum im fast vollbesetzten Saal von der Lebendigkeit der Musik auf der Bühne gefangen.

In einer erfreulich kurzen Ansprache verwiesen Nicolai Pfeffer und Dr. Thomas Sitte (Vorstand der DPS) auf die Einspielung des Brahmsschen Opus 119 und 120 durch die beiden Musiker, welche als Charity-Projekt zugunsten der Deutschen KinderpalliativStiftung entstanden ist und an diesem Abend erstmals zu erwerben war.

Mit der Zugabe eines kurzen, klangschönen und meisterlich gestalteten Fantasiestücks von Niels Gade bedankten sich die beiden Musiker für den langanhaltenden Applaus. Die stehenden Ovationen waren mehr als verdient und im Anschluss an das Konzert wurden die Musiker zu Recht noch vielfach um das Signieren einer CD gebeten. (Chordirektor Carsten Rupp) +++