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Am Start das Ziel im Blick haben - Unterrichtsmaterial

Ein umfangreiches, vielfältiges, informatives, inhaltlich hochwertiges Materialpaket zum Themenkomplex Sterben, „Sterbehilfe“, Hospizarbeit und Palliativversorgung und als Angebot, welches Sie in der Umsetzung und Gestaltung eines hoch emotionalen, kontroversen und sicherlich nicht leicht zu unterrichtenden Themenkomplexes ganz konkret unterstützen soll – durch Bilder, Sachtexte, Lückentexte, Erfahrungsberichte, Interviews, Meinungen und Standpunkte, Rätsel, Spiele u. a. m. 

Unterrichtsmaterial - Am Start das Ziel im Blick haben

Am Start das Ziel im Blick haben

Unterrichtsmaterial zum Themenkomplex Sterben, "Sterbehilfe", Hospizarbeit und Palliativversorgung

herausgegeben von Dr. med. Thomas Sitte und Dr. rer. pol. Anja Stöbener

20,00 € (zzgl. Versandkosten), innerhalb Hessens kostenfrei

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Rezensionen:

Sowohl die didaktische als auch die methodische Aufbereitung des Themas ist sehr gut, ebenso schülerorientiert wie differenziert. Die Anregungen lassen viel Raum, um eigene Schwerpunkte zu setzen und prozessorientiert vorzugehen. Ein insgesamt ausgezeichnetes Werk. Die Autoren haben echte Pionierarbeit geleistet, meinen Glückwunsch.
"Leben und Sterben gehören zusammen" - Diese Themen betreffen jeden Menschen jeder Altersstufe auf der ganzen Welt und es sind gleichzeitig die existenziellsten Fragen, mit denen sich ein Mensch beschäftigen muss. Schon junge Menschen fragen nach dem Sinn des Lebens und kommen in Folge dessen auch auf die Frage nach der eigenen Endlichkeit und deren Verlauf. Für Pädagogen und Lehrkräfte stellen diese Themen eine große Herausforderung im Unterricht dar, da sicherlich nicht nur ihr Fachwissen abgefragt wird, sondern sie sind auch als Mensch im Fokus der Schüler/innen. Je nach Altersstufe der Schüler/innen können die Fragen sehr herausfordernd sein und es braucht von Seiten der Lehrerschaft ein gut fundiertes Wissen und einen authentischen Umgang mit den Themen Sterben, Tod und Trauer. Frau Dr. Stöbener und Herr Dr. Sitte zeigen in ihrem angeführten Lehrwerk ein großes Spektrum an sehr gutem und vielfältigem Unterrichtsmaterial, welches einerseits in den höheren Klassenstufen so eingesetzt werden oder aber auch in abgewandelter Form in den niedrigeren Klassenstufen seine Anwendungen finden kann. „Am Start das Ziel im Blick haben“ bietet nicht nur für Pädagogen und Lehrkräfte ein umfangreiches Lehrwerk mit hervorragend ausgearbeiteten Materialien, es dient gleichzeitig auch als informative Grundlage zu den Themen rund um Sterbehilfe und Palliativversorgung.

Der Bundestag hat am 6. November 2015 einen „Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ nach langer kontroverser Diskussion gebilligt. Der Umgang mit der Grenze des Lebens rührt an tiefe menschliche Überzeugungen und wird immer wieder neu bedacht werden müssen. Deshalb gehört dieses Thema zu Recht auch in den Unterricht.

Das von den beiden Herausgebern vorgelegte Material ermöglicht den jungen Menschen m.E. einen je nach persönlicher Befindlichkeit unterschiedlichen Zugang. Sehr nahe Situationen und die distanzierende begriffliche Bearbeitung geben immer wieder eine Möglichkeit zu eigener Positionsbestimmung, ohne dabei zu sehr zu bedrängen. Hier die nötige Auswahl zu treffen bleibt die verantwortungsvolle Aufgabe der Lehrkraft, von der im Vorwort richtigerweise ein „besonderes Fingerspitzengefühl“ gefordert wird.

Ausgesprochen gelungen finde ich die Verbindung des Kapitels 3 („Beihilfe zum Suizid“, „Tötung auf Verlangen“) mit den folgenden Kapiteln („Hospizarbeit und Palliativversorgung“). Dieses Material hätte ich mir für meinen Unterricht gewünscht. Ich war Schulpfarrer an einer Berufsschule und Ausbilder für Religionsunterricht am Studienseminar. Das Thema Sterbehilfe geriet immer wieder in die falsche Alternative: Leiden geduldig bis zum Ende zu akzeptieren oder eine neue „Euthanasie“ zu bejahen, die durch die Praxis der Nationalsozialisten zum Mordinstrument verkommen war. 

Hier bietet die Arbeit von Thomas Sitte und Anja Stöbener ermutigende neue medizinische und praktische Perspektiven. 

Gut ausgesuchte und deshalb aufschließende Texte zu unterschiedlichen religiösen Standpunkten sind für mich als Religionspädagoge der besonderen Erwähnung wert. Sie gehören zu diesem Thema konstitutiv dazu. Allerdings ist die gesamte Materialsammlung auch für andere Fächer gedacht und verständlich.

Die hier vorliegenden Materialien sind für Lehrende und Lernende so aufbereitet, dass sie jeweils für eine gruppenspezifische Durcharbeitung und Erörterung konkretisiert werden können. Dabei bilden Leben und Tod, speziell der Umgang mit dem Sterben, den zentralen Fokus des Textes. Dieser umfasst neben dem in Kapitel gegliederten Text noch zahlreiche „Supplemente“, wie etwa die „Sarggeschichten“. Nach einem vorbereitenden Einstiegskapitel wird in Kap. 2 das Leben mit seinen temporären oder auch endgültigen Einschränkungen durch Krankheit, Sterben und Tod thematisiert, bevor die besonders für Deutschland wichtige Unterscheidung zwischen Beihilfe zur Selbsttötung und Tötung auf Verlangen diskutiert wird. Die Situation in den Niederlanden und anderen europäischen Ländern wird ebenfalls erörtert. Kapitel 4 informiert über Hospizarbeit und Palliativversorgung Sterbender, anschaulich ergänzt durch zahlreiche Erfahrungsberichte von Menschen, die in diesem Bereich arbeiten. Der Text verhehlt nicht, dass er diese Form des Umgangs mit Sterben und Tod für besonders angemessen hält, ohne dass aber andere Meinungen unterdrückt werden. Knappe Informationen zur Patientenverfügung und zum Suizid (als Unterrichtseinheit) führen zum Abschlusskapitel „Das Beste kommt zum Schluss“, der nochmals die zentrale Botschaft – den Tod als Teil des Lebens anzunehmen – entfaltet. Hier liegt für Lehrende und Lernende ein sorgfältig durchdachter Text vor, dessen Einsatz im Unterricht eine schwierige Thematik für alle Beteiligten wesentlich besser zugänglich machen wird.

Deutsche PalliativStiftung
Am Bahnhof 2

36037 Fulda