Päpstliche Akademie für das Leben bewirbt Palliativversorgung in bedeutender wissenschaftlicher Zeitschrift

Ein "White Paper" der Päpstlichen Akademie für das Leben, um die Palliativversorgung weltweit zu fördern, wurde in der aktuellen Ausgabe des "Journal of Palliative Medicine" (September 2018) auf Englisch und Spanisch veröffentlicht. 

Vatikanstadt/Fulda Das "White Paper" repräsentiert die übereinstimmende Meinung von 13 Experten der Palliativversorgung aus der ganzen Welt. Sie erwogen, was die wichtigsten Empfehlungen für 13 verschiedene Akteure sind, damit Palliativversorgung weiter entwickelt werden kann. Einige Empfehlungen passen auch auf verschiedene Gruppen (z.B. die Empfehlung an pharmazeutische Entscheider, dass Morphin verfügbar sein soll, wendet sich auch an die Gesetzgebung, Verwaltungen, Arzneimittelhersteller, Apotheker und Palliativ-Aktivisten, oder die Empfehlung für die Universitäten sich an die Gesundheitsdienstleister und Bildungseinrichtungen richtet).

Als engagierten Unterstützer in Gesundheitsfragen für die Armen und verletzlichsten Menschen ist es der Päpstlichen Akademie für das Leben (PAV) ein großes Anliegen, die Entwicklung von Palliativversorgung weltweit zu bewerben und zu unterstützen. Konkrete Maßnahmen, um schweres Leiden Kranker durch Palliativversorgung zu lindern, führen zu einer Änderung weg von einer übermäßig technisierten, modernen Medizin hin zu einem ganzheitlichen Ansatz, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Die Palliativversorgung bietet dabei eine Versorgung durch verschiedene Berufsgruppen, um gemeinsam zu erreichen, dass auch schwere körperliche, emotionale oder existenzielle Beschwerden gelindert werden können. Sie bietet dabei umfassende Sorge auch für soziale und spirituelle Bedürfnisse der Patienten und ihrer Familien. Es wird versucht, die Lebensqualität der Patienten, ihrer Familien und ihrer Betreuer zu fördern und schätzt den Wert des Menschen von der Geburt an bis zum Tod. 

Das White Paper betont, die Verantwortung aller Beteiligter des Gesundheitssystems anzuerkennen, dass der Zugang zur Leidenslinderung und damit zur Palliativversorgung ein Grundrecht der Patienten und ihrer Familien ist und für die Umsetzung auch alle Beteiligten des Gesundheitssystems zuständig sind. In jedem Jahr leiden über 25 Millionen Menschen schwer unter lebensbedrohlichen und lebensverkürzenden Krankheiten. Die ganz große Mehrheit dieser Menschen lebt in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen und hat keinerlei Zugang zu angemessener Leidenslinderung, nicht einmal um billige Medikamente gegen Schmerzen zu bekommen, Pflege oder Unterstützung.

Regierungen und Gesundheitsversorger, gleich ob sie religiös oder weltlich sind, können dieses White Paper einsetzen als eine Checkliste, die ihnen hilft, grundlegende Strategien zu entwickeln und umzusetzen, damit die Sorge für die leidenden Patienten und deren Familien auch bei lebensbegrenzender Krankheit verbessert wird.

Erzbischhof Vincenzo Paglia, Präsident der PAV, kommentiert: „Durch das PAL-LIFE Projekt hofft die Akademie, eine größere Sensibilität in christlichen Gemeinschaften und auch Zivilgesellschaften zu erreichen, damit Palliativversorgung überall weiter entwickelt wird. Der Wunsch der Akademie ist es, mit anderen akademischen und wissenschaftlichen Organisationen Palliativversorgung zu bewerben und mit den verschiedenen Interessenvertretern daran zu arbeiten, dass konkrete Initiativen realisiert werden.“

Der Hauptautor des White Paper, Dr. Carlos Centeno betont: „Dieses White Paper repräsentiert den Konsensus von führenden Palliativexperten aus der ganzen Welt. Das White Paper kann als Grundlage für Institutionen dienen, um im spezifischen kulturellen Kontext angepasste Empfehlungen auszuarbeiten, auch zur Anwaltschaft bei lokalen Verwaltungen, religiösen Organisationen, Medien, Bildungseinrichtungen, multilateralen Organisationen und vielen anderen Schlüsselstellen.“

Hier geht es zum White-Paper sowie zu einem Zweiseiter, der die wichtigsten Aspekte zusammenfasst. Here is the two-pager in spanish. This is the two-pager in englisch. 

Die erste Weltkonferenz PAL-LIFE, die im Februar 2018 stattfand, wurde damals live übertragen. Diese Übertragung wurde auf YouTube dokumentiert.