Einem traurigen Thema mit Humor begegnen – Alexander Krützfeldt las in der Alten Universität aus seinem Buch „Letzte Wünsche“

Der Hauptdarsteller des Abends war vor Beginn der Veranstaltung schon ein bisschen nervös. Die Aula der Alten Fuldaer Universität war schließlich mit mehr als 200 Besuchern so gut gefüllt, dass nicht alle einen Sitzplatz bekommen konnten. Und schließlich war es für Alexander Krützfeldt die Rückkehr in die alte Heimat. Denn hier arbeitete er zwei Jahre bei der FZ, wurde in Fulda zum Redakteur ausgebildet. „Normalerweise sind etwa 100 Leute da. Ich bin echt beeindruckt, was hier los ist“, gab der Autor vor Beginn der Veranstaltung, zu der die Deutsche Palliativstiftung sowie die Fuldaer Zeitung eingeladen hatten, zu Protokoll.

Der Hauptdarsteller des Abends war vor Beginn der Veranstaltung schon ein bisschen nervös. Die Aula der Alten Fuldaer Universität war schließlich mit mehr als 200 Besuchern so gut gefüllt, dass nicht alle einen Sitzplatz bekommen konnten. Und schließlich war es für Alexander Krützfeldt die Rückkehr in die alte Heimat. Denn hier arbeitete er zwei Jahre bei der FZ, wurde in Fulda zum Redakteur ausgebildet. „Normalerweise sind etwa 100 Leute da. Ich bin echt beeindruckt, was hier los ist“, gab der Autor vor Beginn der Veranstaltung, zu der die Deutsche Palliativstiftung sowie die Fuldaer Zeitung eingeladen hatten, zu Protokoll. 

Der 32-Jährige hat sich bundesweit einen Namen mit seinen Grenzgänger-Reportagen gemacht. Aus seinem jüngsten Grenzgänger-Projekt ist ein ganzes Buch geworden. „Letzte Wünsche“ heißt es, der Untertitel lautet: „Was Sterbende hoffen, vermissen, bereuen — und was uns das über das Leben verrät“.

Der Autor hat sich mit dem Tod beschäftigt. Das ist außergewöhnlich für einen 32-Jährigen, doch für Krützfeldt war das Thema kein neues. Er hat als Bestatter gejobbt, im Krematorium und im Sektionssaal gearbeitet.

Für sein Buch, das Krützfeldt als Liebesgeschichte bezeichnet, hat er ein Jahr lang Frank Wenzlow begleitet. Wenzlow hat seine Frau Lissy nur fünf Jahre nach ihrem Kennenlernen verloren, weil sie im Kampf gegen einen hochaggressiven Krebs unterlag. Ihren letzten Wunsch, eine Fahrt zum Meer, konnte Frank Wenzlow ihr nicht mehr erfüllen. Als Reaktion aufs Lissys Tod gründete der Witwer einen Verein, der Sterbenden ihren letzten Wunsch erfüllt. Bei diesen „Sternenfahrten“ war Autor Krützfeldt dann ein Jahr lang dabei.

In „Letzte Wünsche“ gibt es freilich traurige Momente, doch entstehen beim Lesen mehr Anlässe zum Lachen als zum Weinen. „Ich habe mich lange damit befasst, ob ich eine solche Geschichte lustig beschreiben kann. Aber Humor ist die einzige Möglichkeit, das Thema verdaulich zu vermitteln“, erklärt der Autor während der Lesung. Und genau für diese Art des Beschreibens erhält der 32-Jährige viel Lob. Von Betroffenen, die nicht mehr lange zu leben haben, und auch von vielen Fachleuten. 

Drei Kapitel trug der Autor in der Alten Aula vor und verursachte dabei große Lust, dieses außergewöhnliche Buch zu lesen.

In der anschließenden Talkrunde, die von FZ-Redakteur Bernd Loskant moderiert wurde, unterstrich Dr. Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Palliativstiftung, viele Thesen aus Krützfeldts Buch. „Viele Menschen haben gar kein Verhältnis zum Tod, weil er öffentlich nicht thematisiert wird. Dabei gehört er zum Leben dazu.“ Und oft seien es gerade die Angehörigen, die weit weg wohnten, die das Leben des Sterbenden verzweifelt verlängern wollten. Krützfeldt hat diese Erfahrung ebenfalls gemacht. 

Jedenfalls war die Talkrunde ebenso munter wie zuvor die Lesung, die Zuhörer/innen fühlten sich gut unterhalten. Trotz des eigentlich so traurigen Themas.

Eröffnet hatte die Veranstaltung die Geschäftsführerin der Palliativstiftung, Elke Hohmann: „Ich bin froh über diese wunderbare Resonanz und über die Entscheidung in einen größeren Raum umzuziehen.“ Sie umriss die Aufgabe der Palliativstiftung: „Wir beraten Politik und Entscheider, um Strukturen auszubauen. Unser Ziel ist es, dass jeder sterbende Mensch sich an dem Ort aufhält, an dem er sich wohlfühlt.“

 

Und Autor Krützfeldt gab zum Schluss noch preis, welche Ziele er mit Buch und Lesungen verfolgt: „Wenn Menschen nach der Lesung nach Hause gehen und sagen, dass sie jetzt beispielsweise dringend den Streit mit ihrem Vater beilegen wollen, dann habe ich schon viel erreicht.“

 

Reaktionen aus dem Publikum: 

Harry Mihm: Die Veranstaltung war tiefgehend, aber mit unglaublich viel Humor versehen. Ich bin seit Jahren sehr beeindruckt von der Arbeit von Dr. Thomas Sitte und entsprechend auch Mitglied in der Deutschen Palliativstiftung. Der Abend mit Alexander Krützfeldt hat mir wieder gezeigt, dass beim Thema Tod nicht nur geweint werden muss. Und wie wichtig die Arbeit der Palliativstiftung ist.

Beate Spiegel-Mihm: Meine Mutter und ich haben uns für diesen Abend aus Hilders aufgemacht. Wir kennen das Thema, weil wir schon Sterbende begleitet haben. Ich bin der Meinung, dass man über dieses Thema sprechen muss. Und die Art, mit Humor dem Thema zu begegnen, ist genau die richtige.

Heiko Massak, der als Rotkreuz-Sanitäter vor Ort war: Ich habe generell einen anderen Zugang zum Thema als viele andere, weil ich hauptberuflich im Klinikum Fulda in der Strahlentherapie mit vielen Schwerkranken arbeite. Man darf nicht nur weinen und trauern. Ich behaupte mal, dass unsere Station die lustigste im ganzen Klinikum ist. Möglicherweise auch nur die zweitlustigste nach der Geburtenstation.