„Leben als Geschenk sehen“ – Elke Hohmann spricht in Freiherr-vom-Stein-Schule über Palliativmedizin

Die Geschäftsführerin der Deutschen PalliativStiftung, Elke Hohmann, informierte die Religionskurse der Jahrgangsstufe 13 leidenschaftlich über die zahlreichen Möglichkeiten, die die Palliativmedizin für Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt bietet, klärte einige Missverständnisse auf und berührte die Schülerinnen und Schüler sichtlich mit ihrer Präsentation.

Elke Hohmann nahm sich 90 Minuten Zeit, um die zukünftigen Abiturienten in einer offenen Präsentation mit regem Austausch für das Thema Palliativmedizin zu sensibilisieren. Zunächst stellte sich Hohmann jedoch selbst kurz vor.

Elke Hohmann wurde selbst durch Erfahrungen in der eigenen Familie auf die Palliativmedizin und die Deutsche PalliativStiftung aufmerksam und war begeistert von der Idee, Menschen den Sterbeprozess so schön wie möglich zu gestalten. Die gelernte Erzieherin arbeitete zunächst einige Jahre ehrenamtlich für die Deutsche PalliativStiftung und bildete sich, unter anderem durch ein Studium der Sozialen Arbeit, stetig weiter. Im Jahr 2017 wurde Hohmann dann zur hauptamtlichen Geschäftsführerin der Stiftung mit Sitz in Fulda ernannt und „brenne für das Thema“. Sie habe so ihr Hobby zum Beruf machen können.

Anschließend erläuterte Hohmann zunächst, was Palliativmedizin eigentlich bedeutet. So setze die Palliativhilfe dann an, wenn bei Menschen eine nicht heilbare Krankheit festgestellt wird und klar ist, dass der letzte Abschnitt des Lebens begonnen hat. Nun versuche die Palliativhilfe diesen Prozess für den betreffenden Menschen zu optimieren. Nach dieser Definition richtete sich Hohmann nun an ihr Publikum und fragte beispielsweise, wie sich die Schülerinnen und Schüler ein gutes Sterben vorstellten. Die Antworten waren sehr vielfältig und reichten hierbei vom friedlichen Einschlafen bis zum Kopfschuss.

Nachfolgend machte Hohmann auch den Unterschied der Palliativmedizin zu einer aktiven Sterbehilfe deutlich und erklärte, dass die Palliativmedizin „das Leben als ein Geschenk“ sehe und die Menschen dieses auch annehmen und nicht selbst vorzeitig beenden sollten. Problematisch für die Palliativmedizin sei jedoch zudem die rechtliche Grauzone zwischen Palliativmedizin und Beihilfe zum Selbstmord. Dies sei jedoch durch das von der Deutschen PalliativStiftung auf den Weg gebrachte Hospiz- und Palliativgesetz, das im Jahr 2015 verabschiedet wurde, verbessert worden. Des Weiteren machte Elke Hohmann auch die Wichtigkeit einer Patientenverfügung deutlich und appellierte an die Jugendlichen, diese auszufüllen.

Zuletzt fasste die Geschäftsführerin dann noch einmal die drei wesentlichen Aufgaben der Palliativmedizin zusammen: Die Möglichkeit für Menschen zu bieten bestmöglich aus dem Leben zu scheiden, ein Ansprechpartner zu sein sowie finanzielle Unterstützung zu leisten und auch die Aufklärung und Sensibilisierung der Menschen für die palliativen Möglichkeiten und das Thema Tod selbst.