Martas Blog (2): Gedanken zum Paragraphen 217

Hallo zusammen,

in dieser Woche bin ich mit den essenziellen Fragen der palliativen Versorgung konfrontiert worden. Warum? Weil in Karlsruhe vor dem Bundesverfassungsgericht der § 217 StGB verhandelt wird. Hier geht es um das Thema der „geschäftsmäßigen Beihilfe zur Selbsttötung“. Ganz schön verwirrend: Selbsttötung, Beihilfe. Ich habe mir echt ganz schön viele Gedanken darüber gemacht.

Auf der einen Seite finde ich das LEBEN absolut schützenswert – ein echtes Geschenk.

Auf der anderen Seite kann ich aber auch die Leute gut verstehen, die sagen: „Wenn ich unheilbar krank bin und wahnsinnige Schmerzen habe, möchte ich selbst bestimmen, wann mein Leben ein Ende haben soll."

Gelernt habe ich in dieser Woche, dass es nicht ganz so einfach ist, dass es da noch sehr viel dazwischen gibt und dass die Aussage über den selbstbestimmten Todeszeitpunkt gar nichts mit dem § 217 an sich zu tun hat.

Leider wissen viele Menschen nicht, welche Möglichkeiten eine gute palliative Versorgung bieten kann – ich bin selbst hier jeden Tag erstaunt, was alles möglich ist.

Schade, dass das nicht alle Menschen wissen. Aber das ist ja auch eine Aufgabe der Deutschen PalliativStiftung, darüber aufzuklären.

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas Sitte und ein Stiftungsrat, Herr Dr. Carsten Schütz, waren in Karlsruhe dabei und haben ihre Einschätzungen dazu aufgeschrieben – könnt ihr ebenfalls auf der Seite lesen.

Also – ich bin jetzt erst mal total verunsichert und weiß nicht so recht, was ich darüber denken soll ... habe ja über Ostern genug Zeit, darüber nachzudenken. :) Mich interessiert auch, was meine Freunde dazu sagen.

Jetzt wünsche ich euch erst mal sonnige Feiertage zum Chillen – nächste Woche mehr zum Thema.

Eure Marta