Tag 1 der Weltkonferenz PAL-LIFE: Tolle Atmosphäre und zahlreiche engagierte Teilnehmer

FULDA/VATIKAN „Der erste Tag der Weltkonferenz PAL-LIFE hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen“, resümiert der Vorstandvorsitzende der Deutschen PalliativStiftung, Dr. Thomas Sitte. Bei der Konferenz im Vatikan wurde viel diskutiert, die weltweiten Probleme wurden angesprochen.

Der Chef der Ethikkommission des Gesundheitsministeriums, Dr. Frank Niggemeier (links), und Thomas Sitte setzen sich für eine weltweite Palliativversorgung ein.

Eduardo Bruera

Emmanuel Luyirika

Der erste Tag war geprägt von den Problemen in der Palliativversorgung, die die verschiedenen Kontinente betreffen. „Afrika, Asien, Nord- oder Südamerika, Europa und Australien: Alle haben verschiedene Probleme – aber auch sehr ähnliche. Hier können wir voneinander lernen und auch Vieles miteinander abstimmen“, erklärt Dr. Thomas Sitte.

Dass Ärzte Leiden lindern können, sei klar, erklärte der Arzt Eduardo Bruera aus Houstan Texas. „Aber der Zugang dazu ist noch zu beschränkt.“ Er sprach zudem von einer „Palliphobie“. Wenn das P-Wort genannt werde, entstehe häufig Panik bei den Patienten.

Und auch Marie Charlotte Bousseau von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nannte die Versorgung beschränkt: „85 Prozent der Menschen haben keinen Zugang zu Schmerzmitteln.“ Das müsse sich unbedingt ändern.

Kein geschultes Personal, begrenzte finanzielle Ressourcen und keinen Zugang zu Opioiden: Die Probleme Afrikas sind grundlegend andere als in Europa, sagt Emmanuel Luyirika vom Afrikanischen PalliativeCare Verband. Die Lösungen müssten dementsprechend angepasst werden.

„Es ist eine wunderbare Atmosphäre unter den fast 500 hochengagierten und motivierten Teilnehmern“, freut sich Sitte. „Ich merke deutlich, dass jeder etwas dazu beitragen möchte, dass angemessene Palliativversorgung für jeden Menschen auf der Welt zugänglich sowie verbessert wird.“

Von einer ganz besonderen Stimmung bei der Konfrerenz spricht auch Elke Hohmann, Geschäftsführerin der Deutschen PalliativStiftung. „Die Menschen, die an der Konferenz teilnehmen, haben schon so viel bewegt und wollen vor allem noch viel bewegen“, sagt sie.

Dass Deutschland für die Entwicklung der Palliativversorgung richtungsweisend ist, verdeutlichte Monsignore Vincenzo Paglia, der Präsident der Päpstlichen Akademie des Lebens. Er erklärte, dass in Fragen der Lebensverkürzung oder auch der Palliativversorgung man durchaus auf Deutschland, Österreich und die Schweiz schaue.

Papst Franziskus ließ zum Start der PAL-LIFE-Konferenz der Arbeitsgruppe ausrichten, dass er zeitnahe Ergebnisse sehen möchte. „Heute werden wir in den Nachgesprächen die weiteren Schritte abstimmen. Und es ist schon klar, es wird weitergehen, wie das PAL-LIFE Projekt begonnen hat: mit sehr viel Engagement, mit sehr viel Dynamik, mit zeitnahen Ergebnissen“, blickt Thomas Sitte optimistisch in die Zukunft.