Überarbeitet und ergänzt: Neue Vorsorgemappe ab sofort erhältlich

Die Deutsche PalliativStiftung hat eine neue Auflage ihrer Vorsorgemappe herausgebracht. In diesem Schritt wurden die Formulare überarbeitet und unter anderem um das digitale Erbe erweitert. Die Mappe ist kostenlos bei der Deutschen PalliativStiftung erhältlich.

FULDA  Menschen haben Absicherungen für alle Lebenslagen: Sie haben Zahnversicherungen, Handyversicherungen oder Reisegepäckversicherung. Doch viele von Ihnen haben für den einen Ernstfall nicht vorgesorgt: für das Lebensende. Wer darf in meinem Namen entscheiden, wenn ich es nicht mehr kann? Welche Behandlungen sollen noch durchgeführt werden, wenn ich mich unweigerlich im Sterbeprozess befinde? Was ist mir eigentlich wichtig? 

Auf all diese Fragen geht die neue Vorsorgemappe der Deutschen PalliativStiftung ein. Sie enthält sechs Dokumente sowie allgemeine Informationen über die Mappe. 

Vorsorgevollmacht: Für den Fall, dass man seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann, gibt es die Vorsorgevollmacht. Mit einer solchen Vollmacht ermächtigt der Aussteller eine oder mehrere Personen seines Vertrauens stellvertretend für ihn zu handeln, zu entscheiden und Verträge abzuschließen. Der Bevollmächtigte ist verpflichtet, den Willen des Ausstellers als Vollmachtgeber zu vertreten. In diesem Zusammenhang ist wichtig zu erwähnen, dass nach aktuellem deutschen Recht auch engste Verwandte wie Ehepartner oder Kinder nur dann gesetzlich vertreten dürfen, wenn sie als Bevollmächtigte eingesetzt wurden. Ansonsten wird die Bestellung eines Betreuers durch das Betreuungsgericht erforderlich. Zudem wurde die Vorsorgevollmacht um das digitale Erbe erweitert, sodass der Bevollmächtigte über Benutzerkonten im Internet verfügen darf. 

Patientenverfügung: Mit einer Patientenverfügung kann ein einwilligungsfähiger und volljähriger Mensch seinen Willen für nicht unmittelbar bevorstehende medizinische Maßnahmen im Voraus schriftlich verfügen. Nach dem Gesetz zur Patientenverfügung können alle Situationen, unabhängig von der Art und dem Stadium der Erkrankung, verbindlich geregelt werden. Das sind insbesondere: die Sterbephase, das Endstadium einer unheilbaren Erkrankung, weit fortgeschrittene Hirnabbauprozesse, z.B. bei Demenz, irreversible Hirnschädigung, z.B. durch Unfall, Schlaganfall, Entzündung oder (Wach-)Koma. Vor dem Ausfüllen einer Patientenverfügung sollte man sich überlegen, welche Situationen geregelt werden und welche medizinischen Maßnahmen in diesen Situationen unterlassen, beendet oder ergriffen werden sollen (z.B. künstliche Ernährung). 

Betreuungsverfügung: In diesem Formular wird festgelegt, wer im Falle einer vom Gericht angeordneten Betreuung Betreuer werden oder wer es eben nicht werden soll. Eine Betreuungsverfügung empfiehlt sich, wenn man keiner Person seines Vertrauens eine Vollmacht erteilen kann/will. Sie empfiehlt sich jedoch auch zusätzlich zur (Vorsorge-)Vollmacht. Günstig ist, wenn dieselbe Person in beiden Verfügungen benannt wird. 

Vertreterverfügung: Um für Patienten die notwendige Sicherheit zu bieten, die ihren Willen in Zeiten, in denen sie entscheidungsfähig waren, nicht verfasst haben, gibt es das Instrument der Vertreterverfügung. Hiermit können Angehörige insbesondere für die Versorgung in Pflegeeinrichtungen ganz wesentlich Hilfen geben, damit ihr Angehöriger so begleitet wird, wie er es sich gewünscht hätte. 

Untervollmacht: Hiermit kann der Bevollmächtigte der Vorsorgevollmacht weiteren Personen eine Untervollmacht erteilen. 

Meine Wertvorstellungen: Dieses Formular ist eine sinnvolle Ergänzung zur Patientenverfügung. Darin können eigene Wünsche, Anliegen und Werte festgehalten werden. Derjenige, der dieses Formular ausfüllt könnte darin festhalten, welche Gerüche er mag, ob er ein Mensch ist, der gerne in der Natur ist, welches sein Lieblingsgetränk ist, ob er gerne berührt wird oder es mag, wenn Menschen um einen herum sind. Sollte er beispielsweise in eine Pflegeeinrichtung kommen, nicht mehr ansprechbar sein und pflegebedürftig werden, wissen auch Pflegende, was dieser Mensch gerne mag.

Die Vorsorgemappe der Deutschen PalliativStiftung ist kostenlos. Eine Spende für weitere Drucke ist wünschenswert. Bei Bestellungen, die per Post versende werden, fallen Portokosten kann.

Bestellungen sind telefonisch unter 066148049797 und per Mail an buero@palliativstiftung,de möglich. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Mappen im Büro der Stiftung Am Bahnhof 2 in Fulda abzuholen.